Mit Netz und doppeltem Boden

Netzwerkarbeit mit Gruppen für junge Menschen in der Suchtselbsthilfe

Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche, Bundesverband e.V.

 

Erlebnisorientierte Angebote erfahren

 

Kontakte vertiefen - Vertraute finden

 

Qualität sichern - Netzwerke knüpfen

 

Zielgruppenarbeit:

Seit einigen Jahren bilden sich Gruppenangebote für die Zielgruppen der „Jungen Suchtkranken“ und der „Kinder aus suchtkranken Familien“ innerhalb des BKE heraus. Auch formten sich zwei Angebote für „Junge Familien mit einer Suchtbelastung“.

Einige Leiter/-innen dieser Gruppen beteiligen sich aktiv an der Arbeit einer neu gebildeten Arbeitsgruppe „JULITI“, die die Qualität für die Zielgruppenarbeit entwickeln und sicherstellen soll.

Basierend auf den positiven Erfahrungen der eigenen praktischen Arbeit und eines vor zwei Jahren durchgeführten Jugendseminars sprachen sich die Teilnehmer der JULITI - Arbeits-gruppe dafür aus, den jungen Gruppenbesuchern eine Plattform für den gemeinsamen Austausch anzubieten.

Das BKE plante die Errichtung eines Vernetzungstreffens, dass den jungen Menschen nicht nur die Möglichkeit zum Austausch und gemeinsamen Erleben gibt, sondern ihnen in der Folge auch Sicherheit und Halt bei der weiteren Gruppenarbeit sowie Selbstsicherheit und Zuversicht für die persönliche Weiterentwicklung geben kann. 2007 fand ein Jugend- und Familienseminar statt und es ist geplant, dass dieses Vernetzungstreffen als regelmäßiges Projekt stattfinden wird.

 

Zielsetzung:

Die Zielsetzung , die durch die Einführung eines Vernetzungstreffens erreicht werden soll, ist folgendermaßen formuliert worden:

  • kurzfristiges Ziel: Vernetzung und Stabilisierung von bestehenden Selbsthilfegruppen für „Junge Suchtkranke“, „Kinder von Suchtkranken“ und „Junge Familie mit einerSuchtbelastung“.
  • mittelfristiges Ziel: Gründung von weiteren Selbsthilfeangeboten für „Junge Menschen“ und Schaffung von interessanten Angeboten für die Zielgruppen
  • langfristiges Ziel: Integration von „Jungen Menschen“ in den Verband

 

Das Projekt:

Das Projekt „Mit Netz und doppeltem Boden“ wurde Anfang Juni 2008 in Form eines Wochenendseminars durchgeführt. Es sollte dieMöglichkeit bieten, ein engeres Netzwerk zwischen den noch sehr vereinzelt existierenden Gruppen und Angeboten für junge Menschen in der Suchtselbsthilfe zu knüpfen. Junge Menschen wünschen sich in ihren Gruppen Selbstständigkeit und dennoch Unterstützung, erlebnisorientierte Aktionen sowie Gespräche.

Insgesamt nahmen 29 Menschen an diesem Vernetzungstreffen teil, davon waren 18 Personen unter 18 Jahre und zwei Personen 22 Jahre. DieseTeilnehmer/-innengruppe teilte sich in 16 Jugendliche (13 – 22 Jahre) und 4 Kinder (6 – 10 Jahre). Weiterhin nahmen 9 Erwachsene daran teil. Außer den Teilnehmenden und Leitenden aus den Jugend- und Familiengruppen nahmen 4 Familien und 3 Einzelpersonen teil, die durch Freunde oder das BKE über dieVeranstaltung erfahren hatten. Die Mischung aus Jugend- und Familien und Einzelpersonen hat sich bewährt und als unproblematisch erwiesen. Die einzelnen Zielgruppen profitieren voneinander.

Die Gruppe hatte sich im letzten Jahr zu einem Jugend- und Familienseminar getroffen und fand am Freitagabend schnell zu echten Interaktionen. Gemeinsam wurden Regeln für das Miteinander an diesem Wochenende aufgestellt, die sich zum großen Teil mit den Grundsätzen der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn deckten. Bereits hier wurde deutlich, dass es den jungen Menschen vor allem um gegenseitigeAkzeptanz, Rücksichtsnahme und Wertschätzung ging.

Noch am Freitagabend entwarfen alle Teilnehmenden einen Ablaufplan, in dem die eigenen Vorstellungen und Wünsche und auch die Vorbereitungen der JULITI-Arbeitsgruppe als Leitungsteam ihren Platz fanden. Hier wurde deutlich,dass sich alle gleichermaßen für das Gelingen und damit den Spaß und die Freude an der Veranstaltung mit verantwortlich fühlten.

Beeindruckend war auch, dass es gar nicht so sehr darum ging, neue Aktionen, Spiele oder Gesprächsmöglichkeiten zu schaffen, sondern dass die Angebote des Vorjahres wieder aufgegriffen wurden und die „Neuen“ in die Gepflogenheiten dieses Treffens eingeweiht und einbezogen wurden. Mitbestimmung und Selbstbestimmung, die als Grundbausteine des Wochenendes geplant waren, wurden so auch tatsächlich Programm.

Die Resonanz auf das Projekt war unter den Teilnehmenden sehr gut. In der Feedback-Runde zum Abschluss des Wochenendes bewerteten 22 Personen das Treffen mit der Note 1 und zwei Personen mit der Note 2. Das Leitungsteam war mit dem Ergebnis ebenfalls sehr zufrieden. Auf die Frage hin, wer ein weiteres Mal am Seminar teilnehmen würde oder es weiterempfehlen könnte, wurde einstimmig mit „ja“ geantwortet.