Mitmach-Parcours in Moers

Prävention an Schulen zum Thema Liebe, Sexualität und HIV/Aids

 

Mitmach-Parcours in Moers

Der interaktive Mitmach-Parcours Aids der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung/BZgA zu Aids, Liebe & Sexualität hat in Zusammenwirken mit Frauen beraten donum vitae e.V., Unterer Niederrhein, Staatlich anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle, Homburger Strasse 71, 47441 Moers, im Zeitraum vom 02.06. bis 04.06.2008 im Gymnasium „Adolfinum“ in Moers stattgefunden.

Dieser erlebniszentrierte Mitmach-Parcours der BZgA spricht weibliche und männliche Jugendliche ab der neunten Klasse gleiche rmaßen an, indem sie sich kleingruppenweise in fünf Stationen den Themen:

  • Übertragungswege von HIV (Human Immunodeficiency Virus)
  • Liebe, Sexualität und Schutz vor HIV
  • Verhütung ungewollter Schwangerschaften, STI (sexuell übertragbare Krankheiten) und HIV (Human Immunodeficiency Virus)
  • Körpersprache zur Sexualität
  • Leben mit HIV/Aids (Acquiered Immune Deficiency Syndrome) persönlich stellen müssen

 

Die Zielgruppe wird in ihrem spezifischen Gruppenzusammenhang, hier Schule, angesprochen und durch geschulte Moderatoren durch den interaktiven Parcours geführt. Jeder Schüler wird emotional aktiviert mittels Piktogrammen, Rollenspiel, Puzzel-Zusammensetzen, Pantomime oder geleiteter Imagination bei der fünften Station, sich in ein Menschenleben mit einer HIV-Ansteckung hineinzuversetzen.

Teilnehmende Kooperationspartner in Moers:

245 Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen des Gymnasiums „Adolfinum“ und der „Hermann-Runge-Gesamtschule“ setzten sich in den fünf Stationen mit der Thematik auseinander. Insgesamt acht Moderatoren wirkten bei dieser Veranstaltung mit; darunter jeweils zwei Lehrpersonen von diesen beiden Schulen, eine Dipl. Sozialpädagogin des städtischen Jugendzentrums „ZOFF“ sowie der „Aids-Hilfe“ Duisburg und Kreis Wesel sowie zwei Dipl.- Sozialarbeiterinnen von „donum vitae“ Moers. Thematische Einführung der ModeratorInnen

Die teilnehmenden ModeratorInnen erhielten am ersten Tag eine differenzierte Einführung in die Thematik durch den Projektleiter der „Kompass“ Agentur Dortmund. Diese führt im Auftrag der BZgA den Parcours durch, bereitete die Öffentlichkeitsarbeit vor und leitete das Pressegespräch mit den örtlichen Pressevertretern und die abschließende Auswertung mit den Moderatoren.

Alle Moderatoren bearbeiteten die Fragestellungen an den jeweiligen Stationen und wurden auf hilfreiche unterstützende Gesprächstechniken hingewiesen. Zudem wurden entsprechende Arbeitsmaterialien für die Stationen zur Verfügung gestellt.

Diese Arbeitseinführung für die moderierenden Fachkräfte führte bereits aktiv in die kognitive, emotionale und verhaltensbezogene Auseinandersetzung mit der o.a. Thematik im Sinne der Gesamtzielsetzung.

Ziele des Projektes und die erwarteten Ergebnisse:

Die BZgA möchte mit dem Parcours Jugendliche unterstützen, die Risiken zu HIV-Infektionen klarer zu sehen und sich davor zu schützen, indem die individuelle Lebenssituation einbezogen wird. Die Eigenverantwortung wird spürbar, weil jeder Jugendliche eine eigene Haltung zu den gestellten Aufgaben innerhalb der einzelnen Stationen finden und die eigene Position auch anderen erläutern und ggf. revidieren muss. Dieses Ziel ist deckungsgleich mit dem erklärten Ziel des donum vitae - Präventionskonzepts.

Die aktive Auseinandersetzung mit der Thematik fördert das erforderliche fachliche Grundwissen und stärkt die persönliche Handlungskompetenz, so dass langfristig die individuelle Basis für eine eigenverantwortliche Umsetzung gelegt wird und realisierbar erscheint.

Auswertungsgespräch und Rückmeldungen:

Ein angeleitetes Auswertungsgespräch mit allen beteiligten Modertoren durch den Projektleiter zu Vorbereitung und Einführung sowie Inhalten des Parcours und Erfahrungen mit den Jugendlichen während der Durchführung sowie der Pressearbeit erfolgte durch ein „Voten“ mittels Klebepunkten zu den einzelnen Bereichen. Alle Moderatoren vergaben die maximale Punktzahl. Es herrschte eine große Begeisterung zur anspruchsvollen und gelungenen hohen didaktischen Ausgestaltung des Mitmach-Parcours und dem Wunsch nach Wiederholung.

Je zwei Personen aus unterschiedlichen Berufsfeldern moderierten die einzelnen Stationen gemeinsam und erlebten ihre berufsspezifische Verschiedenheit in der Herangehensweise zunächst befremdlich und im weiteren Verlauf bereichernd.

Diese Begeisterung spiegelte sich auch in den Rückmeldungen der Schulleitung und der teilnehmenden Schüler wider. Die Schüler schätzten die andere Art, eine für sie ungewohnte erlebnisorientierte Herangehensweise an ein neues Thema, das sie emotional ergreifend erlebten. Schulenübergreifende Schülergruppen kamen als neue Gruppenformation an den Stationen ins Gespräch und setzten sich mit ihren Überzeugungen und persönlichen Haltungen auseinander. Sie gewannen durch Wissensvermittlung und Zuhören anderer Positionen neue Erkenntnisse und übten über das Sprechen über Liebe, Sexualität und Aids partnerschaftliche Zuwendung ein.

Langfristige Perspektive:

Die Durchführung des Aids-Parcours eröffnete Fachleuten aus unterschiedlichen Berufsfeldern eine praktische, angeleitete Zusammenarbeit und schaffte ein Verständnis für verschiedene berufsspezifische Arbeitsansätze, die durchaus als persönliche Bereicherung erlebt wurden.

Kooperationspartnerschaften mit den teilnehmenden Schulen sind avisiert Beispielsweise bei Projekttagen und sexualpädagogischer Unterrichtsunterstützung bei Fragestellungen zu Liebe, Sexualität, Partnerschaft und Aids. Fachspezifisch werden „donum vitae“ Mitarbeiterinnen von dem Jugendzentrum zur Gestaltung von Workshops angefragt werden. Mit der „Aidshilfe“ werden alle Kooperationspartner weiterhin fallbezogen zusammenarbeiten.

Ein großes gemeinsames Vorhaben könnte ein Film Festival für Jugendlich mit entsprechenden Gesprächsforen zum Thema Liebe, Sexualität, Partnerschaft und Aids in der Zukunft sein.


Links:

Aids: Schüler werden spielerisch aufgeklärt (Rheinische Post 4. Juni 2008) Nachhilfe in Sachen Liebe (WAZ 4. Juni 2008)